Geht die Selbstbedienung weiter? Neue Forscher und neue Stellen
„Die derzeit aufgrund des fehlenden Masterkonzepts nicht auszuschreibende W3-Stelle „BWL, insb. Innovationsmanagement“ wird in die W3-Stelle „Öffentliches Wirtschaftsrecht, insb. Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht“ umgewandelt und die Ausschreibung beantragt. Als Gegenzug wird beantragt, die beiden nicht zu besetzenden W1-Stellen aus dem Fach Recht in eine W2 Stelle „BWL, insb. Innovationsund Technologiemanagement zu wandeln und nach der Umwandlung auszuschreiben.“ (Protokoll der 7. Vorstandssitzung des Fachbereichs Sozialökonomie am Mittwoch, dem 29.06.2011)
Der von der Fakultät dem Fachbereich vorgestellte Fachbereichs“vorstand“, rechtlich wegen der fehlenden Wahl ein Fachbereichsadministrator, verteilt auch weiterhin Ressourcen unter sich ohne Rücksicht auf bestehende Schwerpunkte und Forschungen. Dies jedenfalls geht aus dem neuesten Protokoll hervor.
Forschungsschwerpunkte werden offensichtlich nach dem Anwesenheitsprinzip gekürt, um dann Stellen im STEP umwidmen zu können. Fazit: Von den ehemaligen beiden HWP Schwerpunkten in Forschung und Lehre „Arbeit und Personal“ sowie „Finanzierung und Verbraucherschutz“ bleibt wenig übrig. Damit sind auch die beiden rechtlichen BA Schwerpunkte : „Arbeitsrecht“ sowie „Finanzdienstleistungen und Verbraucherschutz“ mangels professoralem Lehrangebot nicht mehr ernsthaft anbietbar, was auch die Akkreditierung des BA gefährden wird.
Bisher weist auch die Website des Fachbereichs als Forschungsfelder noch folgende Bereiche aus: „grafik linkCIS – Centre of International Studies; Forschungsschwerpunkt Finanzierung/Investition, Forschungsstelle Zeitpolitik, Institut für Finanzdienstleistungen e.V. (Kooperationspartner des DWP), Institut für Wirtschaftsinformatik, Zentrum für Ökonomische und Soziologische Studien, Hamburger Biografie- und Lebenslaufpanel: Die Kinder der Bildungsexpansion, Zentrum für Personalforschung (ZfP).“
Das wird jetzt anders, wobei die Präzision dieser Allerweltsbezeichnungen unter dem Titel Gesellschaft, Wirtschaft und Staat besser zusammengefaßt worden wäre. Offensichtlich sollen ohne rücksicht auf deren eigen Reputation nach außen Forschungsinteressen bestimmter Professoren bedient werden.
Die neuen Fachbereichsforscher heißen Schramm („Arbeit und Organisation“), Heitmann („Globalisierung und Märkte“), Fritsche („Nachhaltigkeit“) sowie Lengfeld („Wohlfahrt, Staat und Integration“) und gruppieren sich um den alten Vorstand (Fritsche, Schramm). Zwei mal BWL, ein mal Vwl und eine neu berufene Soziologin. Recht ist nicht mehr vertreten.
Mit drei Aufsätzen für 2010 und 2011 sowie keinem Drittmittelprojekt (Schramm), überhaupt keiner verfügbaren Information für Heitmann, Fritsche und Lengfeld fragt man sich, auf welcher Informationsgrundlage diese gewichtigen Entscheidungen getroffen wurden.
Die Klammer der „Sozialökonomie“ ist offensichtlich zugunsten einer betriebswirtschaftlichen Gemeinwohldiskussion aufgegeben worden. Es geht aber, wenn man das Protokoll richtig liest, auch nur um Stellen.
Gestrichen wird jetzt wieder einmal im Ringtausch mit der BWL die Juniorprofessur im Wirtschaftsrecht, nachdem bereits die Nachfolge in der ordentlichen Wirtschaftsrechtprofessur für Jochen Hoffmann blockiert bzw. gestrichen wurde. Damit hat der Sozialökonom noch zwei Wirtschaftsrechtsprofessuren, die auch noch für die entsprechenden Schwerpunkte bei den Juristen zuständig sind. Davon läuft eine Stelle 2013 aus. Das ist der Tiefpunkt in der Geschichte der HWP.
Von der Fakultät hört man nichts. Kurzfristig angesetzte Strukturdebatten mit nur noch interessierter Beteilung sind das einzige, was diesem Prozess voranging. Es wird höchste Zeit, dass der Universitätspräsident seine Aufsicht über diese Fakultät ausübt oder aber die Rechtsaufsicht des Senats einschaltet.
TOP 2: Vorstellung der geplanten zukünftigen Forschungsschwerpunkte
Herr Arnold macht zu Beginn deutlich, dass die Vorstellung der zukünftigen Forschungsschwerpunkte dazu dient, die noch offenen Professuren zu ermitteln, die so wichtig für diese Forschungsschwerpunkte sind, dass sie auch ausgeschrieben werden können, ohne die zukünftige Masterstruktur zu kennen,. Für eine erneute Diskussion über die Forschungsfelder selbst,
ist heute keine Zeit. Die vier Forschungsschwerpunkte werden von Herrn Lengfeld, Herrn
Heitmann, Herrn Schramm und Herrn Fritsche vorgestellt. Sie erläutern jeweils für ihren Forschungsschwerpunkt die vorgesehenen Inhalte, den interdisziplinären Aspekt, die Vernetzung mit der Fakultät und die Weiterentwicklungspotentiale.
Herr Lengfeld stellt den Forschungsschwerpunkt „Wohlfahrt, Staat und Integration“ vor, Herr Schramm den Forschungsschwerpunkt „Arbeit und Organisation“, Herr Heitmann den Forschungsschwerpunkt „Märkte und Globalisierung“ und Herr Fritsche den Forschungsschwerpunkt „Nachhaltigkeit“.
Bei drei der noch offenen Stellen ist eine Änderung der Denomination erforderlich, um eine Professur zu erhalten, die passgenau dem betreffenden Forschungsfeld zugeordnet werden kann.
Folgende Stellen sollen noch im Juli ausgeschrieben werden. In Klammern ist die im STEP noch vorgesehene Denomination genannt, soweit sie abweicht:
W3 BWL, insb. Energie- und Umweltmanagement
W3 BWL, insb. Digitale Märkte (BWL, insb. Marketing)
W3 BWL, insb. „Organisation“ (genaue Denomination noch festzulegen)
W2 VWL, insb. Ökologische Ökonomie (VWL-Makroökonomie, insb. Wachstum und Verteilung )
W1 Soziologie, insb. Arbeit, Organisation und Gender
Der Antrag von Herrn Voegeli, jetzt auch eine W3-Stelle „Öffentliches Wirtschaftsrecht, insb. Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht“ zu schaffen, wird lange kontrovers diskutiert. Der folgende Vorschlag setzt sich schließlich mit vier Stimmen bei drei Enthaltungen durch:
(s.o.)
